Studie · August 2026 · Bridge the Momentum & EY-Parthenon
Straßen bewegen mehr als Verkehr.
Deutschlands Infrastrukturkrise ist kein Finanzierungsproblem.
Es ist ein Steuerungsproblem: Zustand, Nutzung, Investition und Wirkung sind heute nirgends verbunden.
Digitale Straße Deutschland
Vom Haushaltsakt zum Wirkungssystem
84%
der Unternehmen bewerten
die Verkehrsinfrastruktur als
wirtschaftliche Belastung
5,3 Mrd. €
volkswirtschaftliche Stau-Kosten allein 2025
52%
Zielerreichung Verkehrsinfrastruktur laut erstem SVIK-Monitoringbericht des Bundes
> 170 Mio. €
Jahresschaden einer einzelnen Brückensperrung — vorhersehbar, nicht verhindert
EINE GESCHICHTE AUS DEM NETZ
„Ich möchte, dass meine Erfahrung zählt, bevor die Brücke gesperrt wird. Nicht danach."

Buchholz
Start der Tour, 7:15 Uhr
Brücke bei Soltau
Tonnagebeschränkung nicht im System
Rastanlage Allertal
Ladesäule: 50 statt 350 kW
Wolfsburg
Ankunft, 16:43 Uhr
2 Std. 13 Minuten zu spät
Ursache lt. manueller Systemmeldung:
"Fahrer"
— Lukas Kraft, Disponent bei KraftLogistik
Lukas Kraft disponiert für die KraftLogistik GmbH, das Speditionsunternehmen seines Vaters Karl in Buchholz. Mehrmals pro Woche plant er Touren zwischen dem Hamburger Hafen und dem VW-Werk Wolfsburg — mit sieben Stunden Vorlauf und ohne Puffer für das, was dazwischen passiert. Sein Planungssystem zeigt eine Baustelle auf der A7. Was es nicht zeigt: die Tonnagebeschränkung an der Brücke bei Soltau, die seinen Lkw seit dem Wochenende aussperrt.
Sein Vater hat sich 25 Jahre mit einem unzuverlässigen Netz arrangiert. Lukas will sich nicht damit arrangieren müssen. Am Ende des Tages trägt er im Bericht als Ursache ein: „Fahrer". Die eigentliche Ursache — Brücke, Ladesäule, Stau — taucht darin nirgends auf.
01 — DIAGNOSE
Der blinde Fleck der Infrastrukturpolitik.
Straßeninfrastruktur wird in Deutschland bis heute primär als Haushaltsposition geführt, nicht als steuerbares Leistungssystem.
Am 3. Juni 2026 sperrte die Autobahn GmbH die Bonner Friedrich-Ebert-Brücke — den volkswirtschaftlichen Schaden hatte der ADAC bereits Monate zuvor beziffert. Die Erkenntnisse lagen vor, das Ergebnis vorausschauender Steuerung blieb aus.
Jeder hat Daten. Keiner hat das Gesamtbild.
Das ist kein Versagen einzelner Akteure, sondern das vorhersehbare Ergebnis einer strukturellen Governance-Lücke zwischen Zustand, Nutzung, Investition und Wirkung.
Fragmentierte Datenlandschaft
Zustand, Nutzung, Finanzierung und Wirkung liegen bei verschiedenen Akteuren — nirgends systematisch verknüpft.
Reaktive statt vorausschauende Priorisierung
Investitionsentscheidungen folgen Schadensmeldungen, nicht wirkungsbasierter Vorhersage.
Mittel ohne Wirkungsnachweis
Zusätzliche Ressourcen aus dem Sondervermögen lösen das Steuerungsproblem nicht von selbst.
02 — DIE SYSTEMLÜCKE
Vier Ebenen, ein fehlendes gemeinsames Bild.
Die Lösung ist keine neue Behörde. Sie ist eine digitale Steuerungsarchitektur, die vorhandene Daten verbindet, Prioritäten transparent macht und Investitionsentscheidungen auf eine gemeinsame Evidenzbasis stellt.
BASt / Autobahn GmbH
Zustandsdaten
Toll Collect / OEMs
Nutzungsdaten
Bundesministerium für Verkehr (BMV)
Bundesweite Investitionsentscheidungen
Länder / Kommunen
Landes- & kommunale Investitionsentscheidungen
Fehlende Verbindung
Keine gemeinsame Steuerungsarchitektur zwischen den vier Ebenen
03 — DIE ANTWORT
Ein geschlossener
Wirkungskreislauf.
Fokussiert anfangen
und im Großen belastbar sein.
Der Wirkungskreislauf lässt sich nicht auf einen Schlag im gesamten Bundesnetz einführen. Er beginnt mit einem einzigen Korridor, der Zustand, Nutzung, Investition und Wirkung erstmals unter realen Bedingungen verbindet: überschaubar genug, um ihn vollständig durchzumessen, und aussagekräftig genug, um daraus zu lernen.
Der Korridor Hamburg–Wolfsburg mit der A7 als höchstbelastetem Abschnitt ist der Korridor, auf dem auch Lukas unterwegs ist — ein anschauliches Beispiel für die Wirkungslogik der Studie.
Für die quantitative Berechnung des Economic Reach Index dient zusätzlich der Referenzkorridor Berlin–Hannover–Ruhrgebiet.
01
Mandat & Datenzugang
Politische Rückendeckung und Zusammenführung von Zustands- und Nutzungsdaten entlang des Korridors.
02
ERI-Baseline & Priorisierung
Erste Berechnung des Economic Reach Index für den Korridor und wirkungsbasierte Priorisierung.
03
Wirkung & Rückkopplung
Ein wirkungsorientiertes Berichtsformat fließt in die nächste Finanzierungsentscheidung zurück.

Digitaler Zwilling
Eine operative Steuerungsplattform, die Zustand, Nutzung und Wirkung zusammenführt und Investitionsentscheidungen unterlegt.
Misst nicht Geschwindigkeit, sondern wirtschaftliche Reichweite: wie gut Unternehmen, Arbeitskräfte und Märkte tatsächlich erreichbar sind.
04 — PARTNER DER STUDIE
Vier Perspektiven, eine Studie.
Bridge the Momentum
Koautor | Systemarchitektur
Strategische Gesamtleitung und Governance-Framework.
EY-Parthenon
Koautor | Analyse
Bewertung von Finanzierungsströmen, Investitionslogiken und wirtschaftlicher Wirkung.
Vitronic
Partner | Zustandserfassung
Technologische Grundlage für standardisierte Zustandserfassung.
DKV Mobility
Partner | Mobilitätsdaten
Zugang zu realen Nutzungsdaten aus dem Güterverkehr.
05 — DIE STUDIE
Analytische Grundlage für eine politische Entscheidung.
Strukturelle Datenlücke identifiziert
Welche Daten wo vorliegen und warum sie nicht integriert werden — technisch, institutionell, regulatorisch.
Economic Reach Index entwickelt
Ein Indikator, der Infrastrukturabschnitte nach volkswirtschaftlicher Bedeutung gewichtet.
Governance-Architektur skizziert
Konkrete Rollen, Verantwortlichkeiten und Datenflüsse für einen Korridor-Piloten.
Lukas' Geschichte, vollständig
Wie eine Governance-Lücke im Alltag eines Speditionsbetriebs konkret wird.
Studie herunterladen
Nach kurzer Registrierung erhalten Sie den Download-Link umgehend per E-Mail.
Veröffentlichung
Umfang
Autoren
Sprache
August 2026
10 Kapitel + Anhang
Bridge the Momentum, EY-Parthenon
Deutsch